Das Naturprodukt Schiefer

 

Die Menschheit erkannte sehr früh, das unter den vielen Gesteinsarten dieser Erde sich Schiefergestein durch seine Spaltbarkeit auszeichnete. Nachweislich verlegten schon die Römer regional Schieferplatten zur Dacheindeckung. Im Mittelalter entwickelte sich das Schieferdecker-Handwerk zur Blüte und komplizierte Dachformen wurden vorwiegend mit Schiefer gedeckt.

Brandschutzbestimmungen verboten den Einsatz von Stroh und Schilf in Städten, unbrennbare Produkte wurden vorrangig zur Dacheindeckung eingesetzt. Da sich die Transportmöglichkeiten begrenzten und Schiefervorkommen durch ihre Entstehung teilweise weit auseinander lagen, entstanden Ziegelregionen und Schieferregionen.
Seinen Höhepunkt erreichte der Schieferabbau im 19. Jahrhundert. Im 20. Jahrhundert ging der Einsatz des Naturproduktes Schiefer zurück.

Schiefer teilt sich den Markt mit dem Industrieprodukt Kunstschiefer (Asbestzementplatten). Da qualitativ hochwertiger Dachschiefer im Bergbau, teilweise Untertage abgebaut werden muss und nicht jeder geförderte Stein zu Dachschiefer verarbeitet werden kann, ergeben sich hohe Gewinnungskosten, die durch den Einsatz modernster Technik nur teilweise reduziert werden.

Die Verarbeitung durch den Dachdecker erfordert handwerkliches Wissen und Können, Präzision und Fantasie. Deckregeln bestimmen die Anordnung der Schiefer, die Mindestdachneigung sowie die Mindestüberdeckung. Auch die Anzahl der zur Befestigung notwendigen Nägel sind im Regelwerk festgelegt.

Viele Dachdecker haben eine Vorliebe für die Verarbeitung von Naturschiefer entwickelt, denn jedes anspruchsvolle Schieferdach bedeutet eine Herausforderung an den Dachdecker. Schiefer lässt eine persönliche  Gestaltungsvielfalt  zu. Ein gelungenes Schieferdach wertet das Persönlichkeitsgefühl auf. Deshalb sollte jeder Hausbesitzer überlegen,
ob eine Eindeckung mit Schiefer auf seinem Dach  in Frage kommt.

Besonders hochwertige Bauten und Gebäude mit architektonisch aufwändigen Dachformen lassen sich mit diesem Material zu Schmuckstücken formen.

nach oben